PDF: gut zum Ansehen und Drucken
Ein Musik-PDF ist in erster Linie eine Seitenfassung. Es bewahrt normalerweise sehr zuverlässig, wie eine Partitur aussieht, und lässt sich einfach weitergeben oder drucken. Für Notensatzprogramme ist daraus aber nicht automatisch ersichtlich, welche Grafik ein bestimmter Ton, eine Stimme oder ein Takt ist.
Wenn aus einem Scan oder PDF wieder bearbeitbare Notation entstehen soll, braucht es typischerweise eine Erkennungsschicht wie OMR und anschließend eine musikalische Kontrolle.
MusicXML: strukturierte Notation
MusicXML wurde für den Austausch digitaler Notenschrift entwickelt. Es kann unter anderem Tonhöhen, Dauern, Stimmen, Taktarten, Vorzeichen, Artikulationen und viele Layoutinformationen strukturiert übertragen. Deshalb ist es oft die bessere Wahl, wenn Notation zwischen verschiedenen Programmen weiterbearbeitet werden soll.
Trotzdem ist MusicXML kein Versprechen auf pixelidentisches Layout. Programme können denselben musikalischen Inhalt unterschiedlich setzen.
MIDI: Spiel- und Steuerdaten
MIDI speichert keine aufgenommene Klangwelle. Es beschreibt Ereignisse wie Note an/aus, Tonhöhe, Anschlag beziehungsweise Velocity und Controllerdaten. Ein MIDI-File kann deshalb sehr flexibel in einer DAW oder mit virtuellen Instrumenten weiterverarbeitet werden.
Für druckreife Notation fehlen MIDI jedoch viele Informationen, die ein Notensatz verlangt. Beim Import muss Software zum Beispiel Rhythmusdarstellung, Stimmen oder Notenschreibweise teilweise neu ableiten.
Welches Format für welchen Zweck?
- Nur ansehen, teilen oder drucken: meist PDF.
- Noten in einem anderen Notensatzprogramm weiterbearbeiten: möglichst MusicXML.
- Spielinformationen, virtuelle Instrumente oder DAW-Workflow: häufig MIDI.
- Von einem Scan zurück zu editierbaren Noten: OMR plus gründliche Kontrolle; ein automatischer Export ist nicht automatisch fehlerfrei.
Wichtig beim Konvertieren
Bei jeder Konvertierung kann Information verloren gehen oder neu interpretiert werden. Bewahre deshalb die Originaldatei auf und prüfe das Ergebnis gegen die sichtbare beziehungsweise hörbare Quelle, bevor du damit weiterarbeitest.
Wenn aus einem vorhandenen Dateiformat ein konkreter spielbarer Zielzustand werden soll, ist der Intent-to-Playable-Workflow der passende nächste Schritt.