Audio: der Klang ist bereits aufgenommen
Eine Audiodatei enthält eine zeitliche Darstellung des Klangsignals. Du kannst sie schneiden, überblenden, mit Effekten bearbeiten, in der Lautstärke verändern oder — je nach Software — Tonhöhe und Timing nachbearbeiten. Der konkrete Klang von Stimme, Mikrofon, Gitarre oder Raum ist Teil des Materials.
MIDI: die Spielinformation bleibt veränderbar
Bei MIDI ist nicht der fertige Klang gespeichert, sondern zum Beispiel, welche Tasten wann gespielt wurden und welche Controllerwerte anlagen. Dadurch kannst du denselben Part später einem anderen Klavier, Synthesizer oder Streicherklang zuweisen, ohne die Noten neu einzuspielen.
Ein praktischer Vergleich
- Mikrofonaufnahme einer Sängerin oder eines Sängers: Audio.
- E-Gitarre direkt als aufgenommenes Signal: Audio.
- MIDI-Keyboard steuert ein virtuelles Piano: MIDI für die Spielereignisse, Audio entsteht beim Abspielen beziehungsweise Rendern.
- Fertiger Stereo-Mix: Audio.
- Controllerbewegungen für Modulation oder Sustain: MIDI beziehungsweise andere Steuerdaten.
Beide können im selben Projekt liegen
Eine typische DAW-Session kann Audio- und MIDI-Spuren gleichzeitig enthalten. Das ist kein Widerspruch. MIDI steuert beispielsweise ein virtuelles Schlagzeug, während Gesang und Gitarre als Audio aufgenommen sind. Beim finalen Export werden die hörbaren Ergebnisse zu Audio zusammengemischt.
Was sich nicht verlustfrei ineinander „übersetzen“ lässt
Audio enthält keine eindeutige Liste der ursprünglich gedrückten Tasten, und MIDI enthält keinen individuellen Mikrofonklang. Automatische Audio-zu-MIDI- oder MIDI-zu-Notationswege können nützlich sein, sind aber Interpretationen. Sie sollten nicht mit einer verlustfreien Formatumwandlung verwechselt werden.